Norwegische Ausdrücke, Schimpfwörter und besondere Wörter – mit Bedeutung und Beispielen

Dieser Artikel wurde zuletzt im März 2026 aktualisiert & geprüft.

Norwegische Ausdrücke wie „koselig“, „takk for sist“ oder „faen“ lassen sich nur schwer übersetzen. Hier findest du die wichtigsten norwegischen Wörter mit Bedeutung, Beispielen und Erklärung – von charmant bis deftig.

Norwegische Ausdrücke und ihre Übersetzung – die wichtigsten Wörter mit Bedeutung

In der norwegischen Sprache gibt es Ausdrücke, die sich nicht einfach mit einem deutschen Wort übersetzen lassen. Sie tragen eine kulturelle Bedeutung mit sich, die über die reine Wortbedeutung hinausgeht. „Koselig“ ist mehr als „gemütlich“. „Takk for sist“ hat kein deutsches Pendant. Und „faen“ ist ein Universalwerkzeug, das ich in meiner beruflichen Laufbahn in Norwegen deutlich häufiger gehört habe, als mir im Norwegischkurs angekündigt wurde.

Seit 2006 arbeite ich beruflich mit Norwegern zusammen, und viele dieser Ausdrücke habe ich nicht aus Lehrbüchern gelernt, sondern im Alltag – bei Geschäftsessen, auf dem Flur im Büro oder am Telefon. In diesem Artikel erkläre ich die wichtigsten norwegischen Ausdrücke, die du kennen solltest, wenn du die Sprache wirklich verstehen willst.

Norwegische Ausdrücke – die 7 wichtigsten auf einen Blick

  • Koselig – mehr als „gemütlich“: Wärme, Nähe, Wohlbefinden
  • Takk for sist – „Danke für das letzte Mal“ (Begrüßung)
  • Takk for maten – „Danke für das Essen“ (Pflicht nach jeder Mahlzeit!)
  • Glad i deg – „Ich hab dich gern“ (nicht: „Ich liebe dich“)
  • Pålegg – alles, was auf Brot kommt
  • Skjerp deg – „Reiß dich zusammen“
  • Faen – das norwegische Universal-Schimpfwort

Norwegische Wörter mit Bedeutung – Ausdrücke, die man kennen muss

Die folgenden Ausdrücke sind typisch norwegisch. Du wirst ihnen begegnen, sobald du mit Norwegern in Kontakt kommst – sei es im Sprachkurs, im Urlaub oder im Beruf. Für jeden Ausdruck erkläre ich die Bedeutung, den Kontext und wie er tatsächlich verwendet wird.

1. Takk for sist

Danke für das letzte Mal“ sagt man zu jemandem, den man eine Weile nicht gesehen hat. Dabei spielt es keine Rolle, ob das letzte Treffen drei Tage oder drei Jahre her ist. „Takk for sist“ ist eine typisch norwegische Höflichkeitsfloskel, die es im Deutschen schlicht nicht gibt.

Je nachdrücklicher dieser Satz gesagt wird, desto herzlicher ist er gemeint. Bei privaten Begegnungen ist das „Takk for sist“ mit Sicherheit ernst gemeint. In geschäftlichen Beziehungen wird es manchmal auch aus reiner Höflichkeit verwendet – ich habe das in meinen Jahren der beruflichen Zusammenarbeit mit Norwegern oft erlebt. Wenn du mehr solcher Floskeln kennenlernen möchtest, schau dir auch unsere Sammlung norwegischer Floskeln und Redewendungen an.

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2. Takk for maten

Solltest du in Norwegen einmal zum Essen eingeladen sein, solltest du aus Höflichkeit die Schuhe ausziehen, dem Gastgeber eine kleine Aufmerksamkeit mitbringen und rechtzeitig erscheinen. Im Grunde genommen alles wie in Deutschland.

Eine Sache ist in Norwegen anders und wichtig: Wenn alle fertig gegessen haben, sagt jeder „Takk for maten!“ (Danke für das Essen). Mit diesem Satz bedankt man sich beim Gastgeber und lobt das Essen. Das ist keine nette Geste, sondern eine feste Regel – es nicht zu sagen, wäre unhöflich. Ich musste mich anfangs daran erinnern, bis es zur Gewohnheit wurde. Heute sage ich es automatisch, auch wenn ich in Deutschland bei Freunden esse.

3. Kos und koselig

Dies haben alle skandinavischen Länder gemeinsam: Sie haben ein Wort, das ein Gefühl von menschlicher Wärme und Freundlichkeit beschreibt, das im Deutschen keine exakte Entsprechung hat.

Die Dänen sagen „hygge“, die Schweden sagen „mys“ und die Norweger sagen „kos„. Alle drei Wörter beschreiben etwas Ähnliches. Man könnte es mit „nett“ oder „gemütlich“ übersetzen, aber das trifft es nur teilweise. Kos ist ein Gefühl – eine Kombination aus Geborgenheit, Wärme und Zufriedenheit.

Kos kann Kuscheln mit dem Partner sein. Kos kann eingeschneit in einer Hütte vor dem Kamin mit einem Kakao und einem guten Buch sein. Kos kann ein nettes Essen in der Kantine sein. Kos kann sein, jemanden zu treffen, den man lange nicht gesehen hat. Kos kann eine tolle Party sein. Kos kann ein gemütlicher Tag auf der Arbeit mit Kollegen sein, die man gerne hat.

Das Adjektiv „koselig“ ist eines der häufigsten Wörter im norwegischen Alltag. Norweger verwenden es für alles, was ein warmes, angenehmes Gefühl erzeugt – „Det var veldig koselig!“ (Das war sehr gemütlich/schön!). Wenn du nur ein einziges norwegisches Wort außerhalb der Standardvokabeln lernst, sollte es dieses sein.

Koselig norwegische Gemuetlichkeit Huette Winter

4. Glad i deg

Wörtlich übersetzt bedeutet es „glücklich in dir“ – das ergibt auf Deutsch wenig Sinn.

Zu guten Freunden oder Familienmitgliedern sagt man „glad i deg„, um auszudrücken, dass man die Person sehr gern hat. Es ist eine Stufe unter „elsker“ (lieben), wobei man „elsker“ üblicherweise nur zum Partner sagt. Das Deutsche hat dafür keine eigene Formulierung – „Ich hab dich lieb“ kommt nah dran, trifft es aber nicht ganz.

In Norwegen ist es üblich, dass Familienmitglieder „glad i deg“ zueinander sagen – das klingt für deutsche Ohren manchmal ungewohnt direkt, ist in Norwegen aber völlig normal und zeigt Zuneigung ohne die Schwere eines „Ich liebe dich“.

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5. Skjerp deg

In Deutschland würde man sagen „Reiß dich zusammen“ oder „Du machst dich lächerlich“.

Man sagt es zum Beispiel zu Freunden, die sich daneben benehmen. Ein Richter sagt es zu einem Zeugen, der offensichtlich lügt. Eltern sagen es zu ihrem Kind, das gerade die Wände mit Stiften anmalt.

Wörtlich übersetzt bedeutet „Skjerp deg“ „Schärfe dich“. In der Praxis ist es ein direkter, aber nicht besonders grober Ausdruck – eher wie ein deutlicher Hinweis, dass jemand sein Verhalten ändern sollte.

Norwegische Ausdrücke lernen – lustige und besondere Wörter mit Bedeutung

6. Pålegg

Ein Norweger isst im Schnitt 80 kg Brot im Jahr. Zum Frühstück oder Mittagessen isst man in Norwegen oft Brotscheiben mit „etwas Draufgelegtem“. „Pålegg“ ist das Wort für alles, was man auf ein Brot oder ein Brötchen legen kann – Salami, Schinken, Käse, Marmelade oder ein Salatblatt.

Das Praktische an diesem Wort: Es fasst eine ganze Lebensmittelkategorie in einem einzigen Begriff zusammen. Im Supermarkt findest du eine ganze Abteilung, die einfach „Pålegg“ heißt. Im Deutschen müsste man umständlich „Brotbelag“ oder „Aufschnitt und Aufstrich“ sagen – und selbst das deckt nicht alles ab, was Pålegg umfasst.

Norwegische Schimpfwörter – Fluchen auf Norwegisch

Im Norwegischunterricht wurde mir einst gesagt, dass Norweger keine Schimpfwörter benutzen und es in Norwegen sehr unhöflich sei, Kraftausdrücke zu verwenden. Nach meinem ersten Aufenthalt in Norwegen wusste ich: Das stimmt nicht. Auch Norweger fluchen gerne und häufig – nur anders als Deutsche.

Norwegische Schimpfwörter haben oft einen religiösen Ursprung. Während im Deutschen eher Fäkalsprache dominiert, greifen Norweger traditionell zu Ausdrücken rund um den Teufel und die Hölle. Hier sind die wichtigsten:

Faen

Das beliebteste norwegische Schimpfwort überhaupt. „Faen“ bedeutet wörtlich „der Teufel“ und ist das Universal-Schimpfwort für alle Situationen: wenn man sich beim Hämmern auf den Daumen klopft, wenn man überrascht ist, wenn man enttäuscht ist, wenn man stinksauer ist. Du hörst es überall – im Büro, auf der Straße, im Fernsehen. In der Intensität vergleichbar mit dem deutschen „Mist“ bis „Scheiße“, je nach Betonung.

Jævla

Jævla“ bedeutet wörtlich „teuflisch“ und wird als Verstärker benutzt, ähnlich wie „verdammt“ im Deutschen. „Jævla bra!“ heißt „verdammt gut!“, „jævla kaldt“ bedeutet „verdammt kalt“. In der Kombination mit Substantiven wird es grober – „jævla idiot“ ist deutlich beleidigender als ein einzelnes „faen“.

Helvete

Helvete“ bedeutet „Hölle“ und wird ähnlich wie „faen“ als Ausruf verwendet. „Hva i helvete?“ (Was zur Hölle?) ist eine der häufigsten Varianten. Etwas stärker als „faen“, aber im Alltag durchaus gebräuchlich.

Dritt

Dritt“ kommt vom Wort „drit“ (Dreck/Mist) und ist etwas milder als die religiösen Schimpfwörter. „Drittsekk“ (wörtlich: Drecksack) ist eine geläufige Beleidigung, vergleichbar mit dem deutschen „Idiot“ oder „Depp“.

Fy faen

Fy faen!“ ist die verstärkte Version von „faen“ – vergleichbar mit „Verdammte Scheiße!“ im Deutschen. Deutlich grober und nicht für den höflichen Gebrauch geeignet. Du hörst es vor allem bei starker Überraschung oder Ärger.

Wichtig zu wissen: Die Intensität norwegischer Schimpfwörter wird von Ausländern oft unterschätzt. Was für deutsche Ohren harmlos klingt, kann für Norweger in bestimmten Situationen durchaus grob sein. Im beruflichen Umfeld habe ich erfahren, dass man mit einem gemurmelten „faen“ durchkommt, aber „jævla“ oder „fy faen“ im Büro eher die Ausnahme sein sollte. Unter Freunden gelten andere Regeln.

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Lustige norwegische Wörter

Die norwegische Sprache hat einige Wörter, die auf Deutsche besonders lustig oder kurios wirken – sei es wegen ihrer Aussprache, ihrer wörtlichen Übersetzung oder ihrer Doppeldeutigkeit.

Kos: Klingt für deutsche Ohren fast wie „Chaos“, bedeutet aber das genaue Gegenteil – nämlich Gemütlichkeit und Wohlbefinden (siehe oben).

Fart: Bedeutet „Geschwindigkeit“ – keine Sorge, auf Straßenschildern in Norwegen steht tatsächlich „Fart“. „Full fart“ bedeutet „Vollgas“ und hat nichts mit dem zu tun, was du gerade denkst.

Bra: Heißt „gut“ – nicht mehr, nicht weniger. „Bra!“ sagt ein Norweger, wenn etwas in Ordnung ist.

Gull: Bedeutet „Gold“ und wird als Kosename verwendet. „Du er gull!“ (Du bist Gold!) sagt man zu jemandem, der etwas Nettes getan hat.

Hyggelig: Verwandt mit dem dänischen „hygge“ und bedeutet „nett“ oder „angenehm“. „Hyggelig å treffe deg!“ (Nett, dich zu treffen!) ist eine der ersten Floskeln, die du im Norwegischkurs lernst.

Utepils: Ein typisch norwegisches Wort ohne deutsche Entsprechung. Es bezeichnet das erste Bier, das man draußen trinkt, wenn das Wetter im Frühling endlich warm genug ist. Ein ganzes Lebensgefühl in einem Wort.

Forelsket: Beschreibt das Gefühl des Frischverliebtseins – die euphorische Phase am Anfang einer Beziehung. Im Deutschen müsste man „frisch verliebt“ sagen, die Norweger haben dafür ein eigenes Adjektiv.

Dugnad: Eine unbezahlte, freiwillige Gemeinschaftsarbeit für die Nachbarschaft oder einen Verein. In Norwegen ist das Konzept tief verankert – jeder packt an, ob beim Gartenpflegen der Wohnanlage oder beim Aufräumen nach dem Vereinsfest. Ein Ausdruck des norwegischen Gemeinschaftssinns.

Schöne norwegische Wörter

Neben den lustigen Wörtern hat Norwegisch auch besonders schöne Ausdrücke, die ein Gefühl oder einen Moment einfangen, für den es im Deutschen mehrere Sätze bräuchte.

Solskinnsdag: Wörtlich „Sonnenscheintag“ – ein klarer, sonniger Tag. Für Norweger, die monatelang wenig Sonne sehen, hat dieses Wort eine besondere emotionale Bedeutung.

Fjellvett: „Bergverstand“ – die Fähigkeit, in den Bergen die richtigen Entscheidungen zu treffen. In Norwegen gibt es sogar den „Fjellvettreglene“ (Bergverstandsregeln), die jeder Wanderer kennen sollte. Das Wort zeigt, wie tief die Verbindung der Norweger zu ihren Bergen ist.

Ildsjel: Wörtlich „Feuerseele“ – bezeichnet eine Person, die sich mit Leidenschaft für eine Sache einsetzt, oft ehrenamtlich. Jeder Sportverein und jede Gemeinde in Norwegen hat ihre „Ildsjeler“.

Vemod: Eine stille, sanfte Traurigkeit – nicht deprimierend, sondern nachdenklich und melancholisch. Das Gefühl, das man hat, wenn man an etwas Schönes denkt, das vorbei ist. Verwandt mit dem portugiesischen „saudade“, aber auf norwegische Art zurückhaltender.

Takk for turen: Wörtlich „Danke für die Tour“ – sagt man am Ende einer gemeinsamen Wanderung. Typisch norwegisch: Auch für Naturerlebnisse bedankt man sich.

Norwegische Ausdrücke als Infografik – besondere norwegische Wörter mit Bedeutung

Weitere norwegische Ausdrücke, die du kennen solltest

Takk for i dag: „Danke für heute“ – sagt man am Ende eines Arbeitstages oder nach einem gemeinsamen Treffen. Ähnlich wie „Takk for sist“, aber für den aktuellen Tag.

God tur: „Gute Tour“ – der norwegische Standardgruß, wenn jemand wandern, Ski fahren oder nach draußen geht. Zeigt, wie zentral Outdoor-Aktivitäten im norwegischen Alltag sind.

Kos deg: „Genieß es“ / „Hab eine gute Zeit“ – eine herzliche Verabschiedung, wenn jemand etwas Schönes vorhat. Die Verbform von „kos“.

Lansen: Wörtlich „die Lanze“ – umgangssprachlich für jemanden, der zu viel redet oder aufschneidet. Regional unterschiedlich verwendet.

Kennst du weitere norwegische Ausdrücke, die sich nur schwer ins Deutsche übersetzen lassen? Schreibe den Ausdruck mit kurzer Erklärung gerne als Kommentar zu diesem Artikel. Oder sende eine E-Mail, damit wir den Ausdruck ergänzen können.

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Über den Autor

Sven arbeitet seit 2006 beruflich mit norwegischen Kollegen zusammen. Ausdrücke wie „takk for sist“, „koselig“ und „faen“ gehören für ihn zum Alltag. Auf Norwegisch-lernen.info teilt er seine Erfahrungen aus über 20 Jahren Sprachenlernen.

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