Der Norwegische Staatsrundfunk


Wie viele andere Staaten betreibt auch Norwegen einen staatlichen Rundfunk. Dieser ist mit den öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten in Deutschland vergleichbar. Nachfolgend soll der Norsk rikskringkasting (NRK) – wörtlich übersetzt: Norwegischer Reichsrundfunk – vorgestellt werden.

Geschichte des Rundfunks in Norwegen

Hörfunkausstrahlungen begannen in Norwegen im Jahr 1924. Betrieben wurde der Hörfunk des Landes zu dieser Zeit durch die private Gesellschaft Kringkastningselskapet A/S, aus der im Jahr 1933 der Staatsrundfunk NRK hervorging. Auch dieser strahlte lange Zeit ausschließlich Hörfunksendungen aus. Erste TV-Ausstrahlungen begannen testweise im Jahr 1954. Der reguläre TV-Sendebetrieb startete sechs Jahre später. Ein weiterer Meilenstein wurde im Jahr 1972 erreicht, in dem anlässlich der Olympischen Sommerspiele die ersten Farbsendungen ausgestrahlt wurden. Der reguläre Farbsendebetrieb startete jedoch erst drei Jahre später.

Bis in die 1980er-Jahre hielt der Staatsrundfunk das Rundfunkmonopol in Norwegen. Private Sender waren bis dahin nicht erlaubt. Durch die Aufgabe des Monopols konnten private Sender gegründet und vermehrt ausländische Sender mit Dependancen in Norwegen angesiedelt werden, was für eine größere Vielfalt im Programm sorgte.

In den 1970er- und 1980er-Jahren begann der Staatsrundfunk zudem, Regionalstudios zu gründen, um mehr lokale Angebote bieten zu können. Gemeinsam mit dem schwedischen und dem finnischen Rundfunk wurden im Norden Skandinaviens so beispielsweise Sendeangebote in samischer Sprache geschaffen.


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Der NRK heute

Heute bietet der norwegische Staatsrundfunk unterschiedlichste Sendeangebote, die sich an diverse Zielgruppen richten. Neben dem Sender NRK 1, dem ersten norwegischen Rundfunksender, betreibt der Staatsrundfunk den norwegischen Fernsehsender NRK 2, welcher auf Nachrichten, Debatten, Dokumentationen und Kultursendungen spezialisiert ist, sowie den Sender NRK 3, welcher tagsüber als „NRK Super“ Unterhaltungssendungen für Kinder und abends Unterhaltungssendungen für junge Erwachsene ausstrahlt. Alle Sender können auch in HD empfangen werden.

NRK Norwegisches StaatsfernsehenDarüber hinaus betreibt der NRK derzeit fünfzehn verschiedene norwegische Radiosender, die allesamt andere Schwerpunkte aufweisen. Neben dem allgemeinen Sender NRK P1 betreibt der Staatsrundfunk beispielsweise einen Kultursender, ein Jugendprogramm, einen Jugendsender mit Fokus auf Dance- und Electro-Musik, einen Sender mit Fokus auf klassischer Musik, einen Radiosender in samischer Sprache und einen Sportsender.

Die Finanzierung des Staatsrundfunks in Norwegen

Finanziert wird der Staatsrundfunk über eine Rundfunkgebührt, die von den Einwohnern Norwegens erhoben wird. Sie ist höher als der in Deutschland erhobene Betrag und liegt bei umgerechnet etwa 255 Euro pro Jahr. Zum Vergleich: In Deutschland beträgt der verpflichtende Rundfunkbeitrag jährlich 210 Euro. Anders als in Deutschland sind die Radio- und Fernsehprogramme des Staatsrundfunks in Norwegen weitgehend werbefrei. Werbespots werden ganztägig ausschließlich vor und nach Fernsehsendungen eingeblendet. In Deutschland ist dies erst ab 20:15 der Fall, vorher werden Sendungen auch im öffentlich-rechtlichen Rundfunk immer wieder durch Werbung unterbrochen. Darüber hinaus wird im Internetangebot des NRK Werbung eingeblendet.

Kein UKW-Radio in Norwegen

Seit 2018 wird in Norwegen ausschließlich DAB+-Radio ausgestrahlt, was im Land nach wie vor auf viel Kritik stößt. Die Hörer wurden gezwungen, ihre alten UKW-Empfangsgeräte gegen neuere Modelle, die auch DAB+ empfangen, auszutauschen, über das Internet zuzuhören oder auf Radioempfang zu verzichten. Durch diesen Schritt sank der Anteil der Radiohörer in Norwegen drastisch. Darüber hinaus beschwerten sich viele Norweger über schlechten DAB+-Empfang. Da bei einem Abriss des Empfangs kein UKW-Ausweichsignal empfangen werden kann, herrscht im Radio immer wieder Stille. Andere Länder wie beispielsweise Großbritannien haben das UKW-Netz aus diesem Grund nicht abgeschaltet, sondern lassen es als Notfalllösung weiterhin laufen – reißt der DAB+-Empfang ab, herrscht dann keine Funkstille.


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