Maut in Norwegen | AutoPASS, Kosten & Bezahlung – alles vor der Reise ✓

Dieser Artikel wurde zuletzt im Juni 2026 aktualisiert & geprüft.

Maut in Norwegen – Autofahrt auf einer norwegischen Fjordstraße mit AutoPASS

Als jemand, der beruflich regelmäßig mit dem Auto durch Norwegen fährt, kenne ich das Gefühl genau: Man passiert eine Mautschranke, kein Kassenhäuschen, kein Hinweisschild auf Deutsch – und fragt sich, ob das jetzt korrekt erfasst wurde oder ob irgendwann eine Rechnung im Briefkasten landet. Das gute Daran: Das norwegische Mautsystem ist gut organisiert. Wer es aber nicht kennt, riskiert Mahngebühren und unnötigen Stress nach der Reise.

Obwohl es in Norwegen keine generelle Straßenmaut gibt, ist an mehreren hundert Streckenabschnitten eine Gebühr fällig. Finanziert werden damit große Infrastrukturprojekte – Tunnel, Brücken, Umgehungsstraßen. Rund um Oslo, Bergen, Trondheim und Stavanger gibt es zudem Mautringe, bei denen jede Einfahrt in die Stadt automatisch erfasst und abgerechnet wird.

Kurz & Knapp: Wie funktioniert Maut in Norwegen?

Die Maut wird vollautomatisch per Kennzeichenkamera erfasst – du musst nirgendwo anhalten oder Bargeld bereithalten. Als Tourist stehen dir drei Wege offen: (1) Vorabregistrierung bei AutoPASS über autopass.no/visitors, (2) nachträgliche Rechnung per Post ohne Voranmeldung oder (3) ein AutoPASS-Chip-Vertrag für Vielfahrer. Wer gar nichts tut, bekommt trotzdem eine Rechnung – muss bei Nichtbezahlung aber mit Mahngebühren rechnen.

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Maut in Norwegen – ohne Probleme unterwegs auf norwegischen Straßen

Die Mautgebühren variieren je nach Streckenabschnitt und Fahrzeuggewicht erheblich. Für Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen bewegen sich die Beträge an den meisten Stellen im niedrigen bis mittleren zweistelligen Kronen-Bereich. Bestimmte Abschnitte – vor allem größere Brücken- und Tunnelprojekte – können deutlich teurer sein.

Ein Beispiel aus eigener Erfahrung: Die Hardangerbrua über den Hardangerfjord gehört zu den teureren Übergängen in Norwegen. Aktuelle, streckenspezifische Preise findest du auf autopass.no – dort werden die Tarife regelmäßig aktualisiert. Zusätzlich bietet die offizielle norwegische Straßenbehörde Statens vegvesen eine umfassende Übersicht zum Mautsystem.

Die meisten Mautstationen (norwegisch: bomstasjon) sind vollautomatisiert: Kameras erfassen das Kennzeichen, die Abrechnung erfolgt im Hintergrund. Bargeldzahlung ist inzwischen an den allermeisten Stellen nicht mehr möglich.

Drei Möglichkeiten, Maut in Norwegen zu bezahlen

Im Vergleich zu anderen europäischen Ländern mit Maut ist das norwegische System modern und unkompliziert aufgebaut:

1. Vorabregistrierung bei AutoPASS für Besucher

Wer als Tourist mit dem Pkw oder Wohnmobil nach Norwegen reist, kann sich vorab bequem mit Kreditkarte und Kennzeichen bei AutoPASS anmelden. Alle Mautstellen können dann ohne Stopp passiert werden – die anfallenden Gebühren werden automatisch vom hinterlegten Guthaben abgezogen.

Bei der Registrierung wird ein Vorauszahlungsbetrag einbehalten, der von der Fahrzeugklasse abhängt. Aktuelle Beträge findest du direkt bei der Registrierung auf autopass.no/visitors – diese Beträge werden gelegentlich angepasst. Ein eventueller Restbetrag wird nach einer Wartefrist nach der letzten Mautdurchfahrt zurückgebucht.

Aus der Praxis: Ich empfehle, die Registrierung mindestens drei bis fünf Tage vor der Abreise abzuschließen, damit die Verarbeitung sicher abgeschlossen ist bevor du die erste Mautstelle passierst.

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2. Nachträgliche Zahlung der Mautgebühren per Rechnung

Wer sich nicht vorab registriert, bekommt als Fahrzeughalter eine Rechnung per Post zugestellt. Das kann je nach Strecke einige Wochen bis mehrere Monate dauern. Alternativ lässt sich die angefallene Maut innerhalb von drei Werktagen direkt in einer Maut-Servicestation (auf Norwegisch: betalingssentral) begleichen.

Automatische Mautstation Norwegen Fjord Reise

3. AutoPASS-Chip-Vertrag für Vielfahrer

Diese Variante lohnt sich für alle, die regelmäßig oder länger in Norwegen unterwegs sind – etwa bei einem mehrwöchigen Roadtrip oder Arbeitsaufenthalten. An einer Maut-Servicestation schließt du einen Vertrag ab und erhältst einen AutoPASS-Transponder, der hinter der Windschutzscheibe befestigt wird. Jede Durchfahrt wird registriert und regelmäßig abgerechnet. Nach Vertragsende – Rückgabe des Chips – wird das Depot erstattet.

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Alternative: Europäische Mautdienstleister wie epass24

Wer nicht direkt bei AutoPASS ein Konto anlegen möchte, kann auf sogenannte EETS-Anbieter (European Electronic Toll Service) zurückgreifen. Einer der bekanntesten für deutschsprachige Reisende ist epass24 – ein europäischer Mautdienstleister, der Abrechnungen für mehrere Länder zentralisiert, darunter auch Norwegen.

Ich nutze selbst AutoPASS direkt, aber aus den Fragen meiner Leser weiß ich: Wer ohnehin regelmäßig durch Skandinavien fährt und nicht für jedes Land ein eigenes Konto verwalten will, schaut sich epass24 an. Prüfe dabei immer, ob der Anbieter für deine Fahrzeugklasse geeignet ist und vergleiche die aktuellen Konditionen – Gebührenstrukturen können sich ändern.

Für den normalen Norwegen-Urlaub bleibt die direkte Registrierung bei AutoPASS for Visitors meine erste Empfehlung: einfach, direkt, ohne Zwischenanbieter.

Wer denkt, er kommt um die Maut herum: Das klappt nicht. Wer Mautstationen ohne gültige Registrierung passiert oder Rechnungen ignoriert, muss mit teils erheblichen Mahngebühren rechnen. In einigen Fällen werden offene Forderungen an europäische Inkassounternehmen weitergegeben, die auch deutsche Fahrzeughalter kontaktieren.

Gut zu wissen: Motorräder zahlen in Norwegen keine Maut.

Achte bei deinem Aufenthalt unbedingt auch auf die Verkehrsregeln in Norwegen – gerade Tempolimits und Alkoholgrenzen unterscheiden sich von Deutschland.

Wenn du mit einem Mietwagen in Norwegen unterwegs bist: Die meisten Anbieter haben eigene AutoPASS-Verträge. Die Mautgebühren werden dann zusätzlich zur Mietgebühr abgerechnet, oft mit einer Bearbeitungsgebühr obendrauf. Frag das unbedingt vor der Buchung ab, damit dich keine unerwartete Nachberechnung überrascht – ich habe erlebt, dass der Unterschied zwischen den Anbietern hier erheblich ist.

Bevor du die Reise planst, lohnt sich auch ein Blick auf die Einreisebestimmungen für Norwegen – besonders bei der Einfuhr von Lebensmitteln oder Alkohol gibt es klare Regeln.

Alle weiteren Reisetipps findest du in unserem Norwegen-Reise-Hub.

(Stand 06/2026)

Häufige Fragen zur Maut in Norwegen

Wo bekomme ich einen AutoPASS für Norwegen?

Einen AutoPASS für Besucher registrierst du online auf autopass.no/visitors. Du brauchst eine Kreditkarte und dein amtliches Kennzeichen. Nach der Anmeldung ist dein Fahrzeug hinterlegt und wird an allen Mautstellen automatisch erkannt. Einen physischen Chip brauchst du für die Besuchervariante nicht – die Abrechnung läuft vollständig digital.

Gibt es eine App für die Maut in Norwegen?

AutoPASS bietet keine eigene App für Touristen, aber über autopass.no kannst du dein Konto im Browser verwalten. Europäische Anbieter wie epass24 haben eigene Apps für die Kontoverwaltung. Für die meisten Urlaubsreisenden reicht das Web-Interface von AutoPASS vollkommen aus.

Welche Straßen sind mautpflichtig in Norwegen?

In Norwegen sind rund 300 Streckenabschnitte mautpflichtig – darunter Tunnel, Brücken, Stadteinfahrten und einzelne Landstraßenabschnitte. Die Maut ist oft temporär und wird aufgehoben, sobald das jeweilige Infrastrukturprojekt abbezahlt ist. Eine aktuelle Übersicht bietet die Statens vegvesen.

Wann lohnt sich ein AutoPASS-Chip in Norwegen?

Ein AutoPASS-Chip-Vertrag lohnt sich bei längeren Aufenthalten oder wenn du häufig mautpflichtige Strecken fährst. Chip-Nutzer erhalten in der Regel Rabatte auf Mautgebühren und teilweise auch auf Fährverbindungen. Für einen normalen Sommerurlaub reicht die Vorabregistrierung als Besucher.

Wann kommt die Mautrechnung aus Norwegen?

Ohne Vorabregistrierung kann es bis zu sechs Monate dauern, bis die Rechnung per Post bei dir ankommt. Reagiere darauf in jedem Fall – ignorierte Rechnungen führen zu Mahngebühren. Mit AutoPASS for Visitors oder epass24 erfolgt die Abrechnung deutlich schneller und digital.

Wie lange sind Mautgebühren aus Norwegen verjährbar?

Mautgebühren aus Norwegen verjähren nach drei Jahren. Allerdings laufen Mahnverfahren meist deutlich früher an – und sobald ein Inkassounternehmen eingeschaltet ist, entstehen zusätzliche Kosten. Es lohnt sich nicht, auf Verjährung zu warten; die Gebühren selbst sind meist gering.

Was passiert, wenn ich die Maut in Norwegen nicht bezahle?

Wer die Rechnung ignoriert, bekommt zunächst Mahngebühren. In einigen Fällen geben norwegische Mautbetreiber offene Forderungen an europäische Inkassounternehmen weiter, die dann auch deutsche Fahrzeughalter direkt kontaktieren können. Die ursprüngliche Mautgebühr ist oft deutlich geringer als die entstehenden Mahnkosten – also: Rechnung bezahlen und fertig.

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Infografik: Maut in Norwegen bezahlen – AutoPASS und Tipps für Autofahrer

Über den Autor

Sven – Norwegen-Kenner seit 2006

Seit 18 Jahren lebe ich mit der norwegischen Sprache – beruflich, privat und auf Reisen. Als fließender Norwegisch-Sprecher und Autor des Bestsellers „Norwegisch Grundwortschatz“ teile ich auf Norwegisch-lernen.info praktische Tipps für alle, die Norwegen intensiver erleben wollen als nur als Tourist.

Meine Geschichte: Über mich  |  Norwegen-Inspiration: Pinterest @norwegischlernenjetzt