Fridtjof Nansen: Norwegens größter Entdecker

Fridtjof Nansen - Norwegens größter Entdecker

Fridtjof Nansen gilt noch heute als größter Abenteurer Norwegens. Der Zoologe brach 1893 mit dem Schiff „Fram“ gen Nordpol auf. Bis dorthin kam er zwar nicht, drang jedoch weiter vor als jeder, der zuvor einen dokumentierten Versuch unternommen hatte. Doch damit nicht genug: Fridtjof Nansen war auch politisch aktiv und erhielt im Jahr 1922 den Friedensnobelpreis.

Der Naturwissenschaftler Fridtjof Nansen

Nansen wurde in der Nähe von Christiania, dem heutigen Oslo, geboren und besuchte dort die Schule. Nach erfolgreich bestandener Abschlussprüfung im Jahr 1880 studierte er ab 1881 Zoologie an der Universität von Christiania. Das reguläre Studium wurde jedoch schon bald durch eine Expeditionsteilnahme nach Grönland unterbrochen. Nach seiner Rückkehr studierte er nicht mehr regulär weiter, sondern betätigte sich als Kurator der zoologischen Abteilung des Bergen-Museums.

Nansen forschte vor allem zur Neuroanatomie der Chordatiere. 1888 reichte er seine Dissertationsschrift „Struktur und Verbindung der histologischen Elemente des zentralen Nervensystems“ ein.

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Der Abenteurer und Forschungsreisende Fridtjof Nansen

Bekannt ist Nansen heute vor allem für seine Expedition zum Nordpol. Obwohl er sein Ziel letztlich nicht erreichte, gilt seine Reise als bahnbrechend – zu seiner Zeit gab es niemanden, der nachweislich weiter gekommen war als er. Doch bereits zuvor hatte er eine große Expedition unternommen: Im Jahr 1888 durchquerte Nansen mit seiner Mannschaft Grönland und wies nach, dass der innere Teil Grönlands vollständig mit Schnee und Eis bedeckt ist.

Fridtjof Nansen / Portrait ca. 1890
Fridtjof Nansen / Portrait ca. 1890 / © Henry Van der Weyde [Public domain]
1893 brach er dann gen Nordpol auf. Er wollte sich mit seinem Schiff „Fram“ im Packeis einfrieren und dann zum Nordpol treiben lassen. Als klar wurde, dass das Schiff mit Hilfe des Eisdrifts nicht in die gewünschte Richtung steuerte, verließen Nansen und Fredrik Hjalmar Johansen das Schiff, um den Nordpol mit Skiern, Kajaks und Schlittenhunden zu erreichen. Die beiden Männer bewegten sich zunächst vergleichsweise schnell vorwärts, mussten dann jedoch gegen eine Eisdrift anlaufen und entschieden schließlich, die Expedition abzubrechen – zu diesem Zeitpunkt waren sie dem Norpdol bereits näher als jeder andere Mensch, der eine dokumentierte Expedition in dieses Gebiet unternommen hatte.

Sie steuerten anschließend Franz-Josef-Land an, wo sie auf Frederick George Jackson trafen, mit dessen Versorgungsschiff sie nach Norwegen zurückkehrten, wo kurz darauf auch die restlichen Expeditionsteilnehmer mit der Fram eintrafen.

Die Forschungsreise brachte zahlreiche neue wissenschaftliche Erkenntnisse mit sich: Zum einen waren die Polarströmungen nun bekannt, zum anderen war nun klar, dass der Nordpol sich weder unter Land noch unter einer festen Eisschicht befand. Im Bereich der Ozeanographie und der Meteorologie stellt die Expedition Nansens einen Meilenstein dar.

Fridtjof Nansen während einer Expedition vor seinem Expeditionsschiff "Fram"
Fridtjof Nansen während einer Expedition vor seinem Expeditionsschiff “Fram” / © Norwegische Nationalbibliothek

Der Politiker Fridtjof Nansen

Nansen plante keine politische Karriere, äußerte sich öffentlich jedoch immer wieder entschieden für die Unabhängigkeit Norwegens von Schweden. Nachdem Schweden einem Referendum zugestimmt, die Norweger für die Unabhängigkeit und anschließend für die Beibehaltung der Monarchie gestimmt hatten, reist Nansen nach Dänemark um Carl von Glücksburg, Prinz von Dänemark, zu überzeugen, die norwegische Krone anzunehmen, was ihm gelang.

Im Jahr 1906, ein Jahr nach der Krönung des dänischen Prinzen als Haakon VII., wurde Nansen norwegischer Botschafter in London. Später, zur Zeit des Ersten Weltkrieges und danach, wurde Nansen wieder als norwegischer Diplomat aktiv. Er setzt sich in dieser Funktion unter anderem für eine Nahrungsmittelversorgung der norwegischen Bevölkerung durch die USA, für die Mitgliedschaft Norwegens im Völkerbund sowie für die Heimkehr von Kriegsflüchtlingen und -gefangenen ein. Im Zuge seines Engagements für Kriegsflüchtlinge und -gefangene wurde u.a. der sog. Nansen-Pass, mit dem staatenlos gewordene Personen in ihre Heimat zurückkehren konnten, geschaffen. Im Jahr 1922 wurde Fridtjof Nansen der Friedensnobelpreis verliehen.

Oslobesuchern empfehlen wir den Besuch im “Fram-Museum”. Dort kann das Expeditionsschiff Fram besichtigt werden. Zudem werden die Expeditionen von Fritjof Nansen mit vielen Originalgegenständen vorgestellt (https://frammuseum.no).