Wie lange braucht man eigentlich, um Norwegisch zu können?

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Wie lange braucht man eigentlich um Norwegisch zu können

Gastartikel vom Catharina Capteyn*

Diese Frage hast du bestimmt schon mal dir selbst, deinem Lehrer oder vielleicht in einer Facebookgruppe gestellt. Aber hast du jemals eine zufriedenstellende Antwort bekommen? Wie lange dauert denn so ein Sprachenlern-Prozess?
Ich bekomme die Frage sehr häufig zu lesen und versuche mal, dir ein wenig zu beschreiben, was alles dazugehört, wie du deinen Lernfortschritt beschleunigen kannst und welchen Turobtempo-Lernversprechen du besser nicht trauen solltest.


Zuerst mal: Auf die Frage oben gibt es nicht DIE eine Antwort. Wie lange du als Individuum speziell brauchst, hängt von zahlreichen Faktoren ab:

  • Junge Menschen lernen schneller als alte.
  • Lerner, die bereits mehrere Fremdsprachen sprechen, lernen eine weitere ebenfalls schneller als solche, die nur Deutsch sprechen.
  • Manche Leute haben ein angeborenes „Sprachtalent“, andere können mit Zahlen viel besser umgehen als mit Wörtern.
  • … und so weiter und so fort – auf die meisten dieser Punkte hast du also wenig Einfluss.

Auf den allerwichtigsten Faktor hast du aber glücklicherweise großen Einfluss: die Zeit, die du neben dem Norwegischunterricht fürs Selbstlernen aufbringst. Nichts ist so wichtig wie die regelmäßige (!!!) Wiederholung und Anwendung des Gelernten.

Wie lange braucht man eigentlich, um Norwegisch zu können?

Beschäftige dich so viel wie nur möglich mit deiner Lernsprache und lerne lieber häufig in kurzen Einheiten (z. B. täglich 20 min.) als selten in ermüdend langen (z. B. einmal in der Woche 2 Stunden).

Meiner Erfahrung nach fährst du mit einem Verhältnis von 1:2 oder 1:3 für Norwegisch recht gut – pro 1 Unterrichtsstunde (Einzelunterricht) also 2–3 Stunden zusätzliches Selbststudium. Norwegisch ist als Deutschsprachiger vergleichsweise schnell zu lernen; bei Sprachen wie Finnisch brauchst du deutlich mehr, von Chinesisch gar nicht zu sprechen!

Aber auch hier gibt es nicht DAS Geheimrezept. Manche lernen eben schneller und merken sich Dinge sehr leicht – vielleicht genügt denen ein Verhältnis von 1:1 –, anderen fällt es schwer und sie brauchen mehr Wiederholungen, so dass es insgesamt langsamer voran geht – möglicherweise brauchen sie 1:5. Ganz egal: Probier aus, was für dich am erfolgreichsten ist, halte durch und verzweifle nicht! :-)


Natürlich kannst du auch ganz ohne Unterricht lernen. Das dauert aber noch viel, viel länger, und Fehler und Unverständnis verschleppen sich. Ein Sprachprofi an deiner Seite schadet nie, denn er kann dir Dinge gehirn- und damit verständnisgerecht erklären, dir Tipps geben, wie sie in Erinnerung bleiben und natürlich stets alle deine Fragen beantworten.

Aus dem Bauch raus sag ich jetzt mal, eine richtige Unterrichtsstunde (Einzelunterricht) mit Lehrer könnte durch mindestens 2 Stunden Gruppenunterricht oder durch 4 Stunden Alleinelernen ersetzt werden. Und dann kommen die o. g. Stunden sowieso nötiges Selbststudium ja noch dazu. Ist also nach hinten raus viel mehr Zeit- und vor allem auch Grübelaufwand.

Wir haben übrigens das perfekte Programm sowohl für Liebhaber des individuellen Einzeltrainings als auch für gesellige Gruppentypen, immer mit deinem Skandi-Experten und immer ganz einfach online im Videochat: www.ordcap.de

Nun, es gibt tatsächlich offizielle Angaben über die Anzahl Unterrichtsstunden (à 45 min.), die man durchschnittlich braucht, um die unterschiedlichen Niveaus A1–C2 in einer Fremdsprache zu erreichen, schau mal:
Goethe-Institut
DAF Diesunddas

Die gelten hier zwar für Deutsch, sind aber trotzdem ein grober Anhalt für dich als enthusiastischer Lernanfänger, dass der Bergenstest mit drei VHS-Kursen und der App-Spielerei auf dem Klo nicht bestanden werden kann und dass das Durchlesen eines A2-Lehrbuchs dich nicht mal eben auch automatisch dort hinbringt.

In Stein gemeißelt ist das selbstverständlich nicht, dennoch sind diese Zahlen ja nicht völlig aus der Luft gegriffen, sondern beruhen auf Erfahrungswerten. Wenn dir also ein Wunder-Sprachinstitut, ein besonders tolles Lehrbuch, die neuentdeckte magische Lernmethode oder schlimmer: eine Software garantieren möchte, dass du damit wenigen Wochen „fließend“ sprechen können wirst, oder überhaupt nur feste Zeit-Versprechen macht, solltest du entsprechend skeptisch werden. Sowas gibt es bei uns normalen Lehrern seriöserweise nicht. Denn das kann niemand, wirklich niemand, voraussagen.

Das sag ich nicht, um dich zu ärgern, sondern weil ich genug Unterrichtserfahrung habe und tagein, tagaus genug Schülern der verschiedensten Lerntypen begegne um zu wissen, wie Norwegisch in Köpfe kommt. Und weil ich dir keine Illusionen machen möchte, dass sich Fremdsprachenkenntnisse schnell herbeizaubern lassen. DU bist der springende Punkt, NICHT das magische Sprachprogramm egal welcher Art. Und dein Unterricht ist ein exzellenter Wegbegleiter. Ebenso Zeit.

Wenn du mir hierbei vertraust und ein umfangreiches Selbststudium einplanst, kommst du schneller ans Ziel als ohne, logisch. Trotzdem muss dir bewusst sein, dass das Sprachenlernen einfach grundsätzlich seine nicht zu unterschätzende Weile braucht. Aber es macht wirklich so riesig Spaß, dass du das Abenteuer Norwegischelernen auf keinen Fall missen solltest!


*Dies ist ein Gastartikel von Catharina Capteyn. Sie ist Gründerin der Online-Sprachschule für nordische Sprachen, www.ordcap.de, bei der du Norwegisch jederzeit von deinem Sofa aus und super hyggelig mit deinem persönlichen Norwegischlehrer per Skype lernen kannst.

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